175 Jahre Meininger Theater

Am 6. September 1781 führte eine bürgerliche Laien-theatergesellschaft in einem Saale des Schlosses unter der Regie des Bibliothekars Reinwald die Oper „Die Jagd" auf. Später spielten in Meiningen wandernde Schauspielertruppen im Schlosse, auf der Reitbahn und im Sächsischen Hof. Das waren die Anfänge des Theaters in Meiningen. Im Auftrag von Bernhard II. Erich Freund (Regierungszeit 1803 - 1866) wurde von 1829 bis 1831 ein Hoftheater in der Bernhardstraße erbaut. Die Pläne entwarf Baurat Othmer aus Braunschweig. Die Ausführung leitete der  Meininger Architekt August Wilhelm Döbner. Am 17. Dezember 1831, am Geburtstag Herzog Bernhard II., wurde es eröffnet. Der Bau zeichnete sich durch eine strenge Einheitlichkeit aus. Er bestand damals aus einer Vorhalle, einer Halle für Bälle, Musik- und Festveranstaltungen, dem Zuschauerraum und dem Bühnenraum. Eine Freitreppe führte an der Westseite in der Bernhardstraße zu den drei Eingangstüren. Jonische Pilaster in rotgeflammtem Sandstein schmückten das sonst geputzte schlichte Gebäude, die beiden Geschosse zu einer Einheit zusammenschließend. Durch einen Anbau nach Norden und Süden senkrecht zum Giebel wurde die sonst rechteckige Grundrissgestalt belebt. In den folgenden Jahren wurde Anbau an Anbau hinzugefügt.

Am 5. März des Jahres 1908 fiel das Haus einem verheerenden Brand zum Opfer.

Doch bereits wenige Tage danach begann man mit den Aufräumarbeiten, im Juni 1908 mit den Maurerarbeiten, am 24. Dezember 1908 war das Richtfest.

Ein Jahr später, am 17. Dezember 1909 fand die feierliche Neueröffnung des Theaters statt. Karl Behlert entwarf die Pläne und  war mit der Bauleitung beauftragt. Über hundert Firmen waren am Bau beteiligt, es war eine gewaltige Leistung, diese zu koordinieren!(Aus der Denkschrift zur Eröffnung am 17. 12. 1909, verfasst von Hofbaumeister Karl Behlert, mit einem Vorwort von Dr. Hermann Pusch)


175 Jahre Schützenhaus Meiningen

1831, vor 175 Jahren, entstand nach Plänen von Georg Philipp Buttmann das Schützenhaus. Das alte Schützenhaus ist der einzige noch erhaltene Gesellschaftsbau aus dem 19. Jahrhundert in Meiningen.

Das Gebäude entwickelte sich schon bald zu einem vielfältig genutzten Ort des gesellschaftlichen Lebens, für Konzerte, Unterhaltung, Sport, Veranstaltungen von Vereinen, privaten Feiern, Hochzeiten, Jubiläumsfeiern. Infolge der ständig wachsenden Zahl von Veranstaltungen, die von immer mehr Bürgern der Stadt Meiningen und ihres Umlandes besucht wurden, war das Haus immer wieder zu eng und musste ständig umgebaut und erweitert werden.

1833 erfolgte der Umbau durch Baumeister August Wilhelm Döbner, 1865 durch Architekt Otto Hoppe die Erweiterung auf drei Geschosse. 1911 bis 1913 wurde der „Neue Schieß-haussaal" nach Plänen von Karl Behlert angebaut.

Ab 1947 wurde das Gebäudeensemble als „Volkshaus" bezeichnet. Zu Zeiten der DDR gab es hier Chortreffen, Sport- und Tanzveranstaltungen sowie Veranstaltungen von Wirtschaft und Politik.

Die Pestalozzischule, die Sprachheilschule, die Stadt -und Kreisbibliothek waren hier zeitweise untergebracht. Die „Diele" im Schützenhaus war schon lange ein Treffpunkt der Jugend. Nach 1990 tanzten hier Jugendliche aus dem gesamten  südthüringischen und nordfränkischen Raum. Am 1. September 1996 wurde das Haus wegen baulicher Mängel geschlossen.

Der am 5. März 2000 gegründete „Förderverein zur Erhaltung des Volkshauses Meiningen als Kulturdenkmal" hat sich das Ziel gestellt:

- die Gebäude zu sichern und zu erhalten

- sie wieder mit Leben zu erfüllen „als Heim für gemeinnützige Veranstaltungen, als Pflegestätte der künstlerischen und wissenschaftlichen Bestrebungen, als traute, liebe Räume für Erholung, Geselligkeit und Freude" (Karl Behlert, zur Einweihung 1913)

Es darf keine weitere Zeit verstreichen, es muss sofort gehandelt werden!


Hofbaurat Karl Behlert

Erbauer des Neuen Meininger Hoftheaters und des „Neuen Schießhaussaales" in Meiningen

Karl Behlert lebte von 1870 bis 1946 in Meiningen. Er schuf allein über 60 Gebäude in Meiningen und weitere unter anderem in   Bad Liebenstein,

Bad Salzungen, Erfurt, Schwallungen, Schafhausen und Wasungen. Zahlreiche Künstlerpostkarten und Stiche von Bauwerken der Region stammen von ihm.

1899 Erweiterungsbau  des alten Schützenhauses, 1905 Freimaurerloge Meiningen, Bismarckstraße

(Neu-Ulmer Straße) gemeinsam mit Karl Göbel, 1906/09 Bank für Thüringen, Geschäftsstelle Meiningen, 1919 Erweiterung, 1907/08 Umbau des Marmorsaales im Schloß Elisabethenburg, 1908 Schwesternhaus am Georgenkrankenhaus Meiningen, Erweiterung des Helenenstifts, 1908/09  Neues Hoftheater Meiningen Palais Strupp, Meiningen Bernhardstraße, 1910 Haushaltungsschule Meiningen, Helenenstr. 35 (unvollendet), 19011/13 Neuer Festsaal des Schützenhauses in Meiningen (nach 1945 Volkshaussaal), 1913/14  Gutshaus Welkershausen (Sandnerhof), 1920/21 Umbau des Kleinen Palais, Bernhardstraße 2 zum Bankgebäude der Thüringischen Staatsbank, 1924/25  Handswerkskammer Meiningen, Bismarckstraße (Neu-Ulmer Straße), 1930/35 Erweiterungsbauten Georgenkrankenhaus, 1932/34 Umbau des Volksbades Meiningen, 1935/36 Filiale der Landesbrandversicherung Gotha in Meiningen, Bismarckstr. 43 (Neu-Ulmer-Str.) Weiterhin wurden von Karl Behlert mehr als 50 Wohngebäude in Meiningen entworfen. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Gebäude gut erhalten.


Am 17. Dezember 1831 wurde das Meininger Hoftheater mit der Aufführung der Oper „Fra Diavolo" eingeweiht.

Im gleichen Jahre konnte die Meininger Schützengesellschaft ihr Schützenhaus am „Unteren Rasen" beziehen.

Das Alte Meininger Hoftheater fiel am 5. März 1908 einem Brand zum Opfer.

Das Schützenhaus ist daher der einzige noch erhaltene Gesellschaftsbau des 19. Jahrhunderts in Meiningen.

Förderverein zur Erhaltung des Volkshauses Meiningen als Kulturdenkmal e.V.

98617 Meiningen, Wettiner Str. 17, Tel.: 03693/885568 E-Mail: info@volkshaus-meiningen.de                                                                                                                                                                                       

Das Alte Hoftheater

Das Meininger Theater Heute

Der neue Schießhaus Saal, Ansicht von der Landsberger Strasse, Bauzeichnung von Karl Behlert 1911

Das Neue Schützenhaus - Volkshaus

Das Alte Schützenhaus