Meininger Museen - Kunst, Kultur und Geschichte
 
 Das Baumbachhaus - Literaturmuseum

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen einen angenehmen, vergnüglichen und interessanten Aufenthalt in Meiningen.

Hoch auf dem gelben Wagen

Die Verse dieses noch heute populären Volksliedes ersann der “fahrende Geselle” Rudolf Baumbach (1840-1905) einst in Triest. Das ehemalige Wohnhaus des volkstümlichen Dichters steht unweit von Schloss Elisabethenburg in der Burggasse. Das kleine romantische Fachwerkhaus beherbergt heute ein Literaturmuseum. Dort wird der Besucher nicht nur mit dem einstigen Hausherrn bekannt gemacht, sondern auch mit Schriftstellern, die vom 18. bis zum 19. Jahrhundert im Meininger Land lebten und wirkten. Von Friedrich Schiller wird berichtet, der sich hier 1783 verschuldete, von Jean Paul, dem das hiesige Bier nicht  mundete und vom ““Alpenschaubach”, der den ersten “Baedecker” über die Alpen und damit ein bedeutendes naturkundliches Nachschlagewerk des 19. Jahrhunderts schuf. Auch an den Märchen- und Sagensammler Ludwig Bechstein - einem Zeitgenossen der Gebrüder Grimm - wird erinnert, der gleichzeitig auch herzoglicher Archivar, Bibliothekar und Altertumsforscher war, eine der vielseitigsten Persönlichkeiten Meiningens, dessen literarischer Nachlass noch heute verlegt wird.


Schmuckstück des Museums ist die private Bibliotheksstube Rudolf Baumbachs. Hier findet sich auch sein handschriftliches Manuskript zum “Zlatorog”, jenem Versepos über die sagenhafte weiße Gemse, mit dem Baumbach der literarische Durchbruch gelang. Andere Räume mit Alt-Meininger Stadtansichten, Mobiliar und Porträts im Stil des Biedermeier vermitteln bürgerliches Wohnmilieu, wie es einst für Meiningen typisch war.

Baumbachs Bibliothek

Als Rudolph Baumbachs Großeltern ein altes Fachwerkhaus in der Burggasse 22 kauften, ahnte noch keiner, daß dieses Gebäude einmal Literaturmuseum werden würde. Seit 1937 beherbergte es bereits das Heimatmuseum, daß sich auch des literarischen Werkes der südthüringischen Heimatdichter annahm, und damit auch der Arbeiten von Rudolph Baumbach und Ludwig Bechstein. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ab 1974 wurde das Baumbachhaus 1982 als Literaturmuseum wiedereröffnet. Ständige Ausstellungen machen Besucher vor allem mit dem Schaffen von Schriftstellern des 18. und 19. Jahrhunderts bekannt, deren Biographie in besonderer Weise mit der Residenzstadt an der Werra und mit der Region verbunden sind. Den Namen des Museums gerechtwerdend, wird hauptsächlich Literatur gesammelt. Diese genießt in Meiningen neben der Theaterkunst, der Musik und der bildenden Kunst einen hohen Stellenwert. Als engagierter Förderer muß diesbezüglich Herzog Georg I genannt werden, der Meiningen zu einem literarischen Zentrum werden ließ. Daß das Literaturmuseum auch Exponate bereithält, die den Zeitgeschmack des vergangenen Jahrhunderts vermitteln, z. B. Möbel, wird von den Besuchern als wohltuende Ergänzung begrüßt.

Aus Baumbachs Nachlaß

Meininger Marktplatz im 19.Jahrhundert

Ludwig Bechstein

Porträt

Rudolf Baumbachs

Bekannte Dichter in Meiningen

Biographisches über Schriftsteller, die im Museum besonders gewürdigt werden

Friedrich von Schiller 1759 - 1805

Dem 1759 in Marbach geborenen Dichter wurde ein eigener Gedenkraum mit Zeugnissen aus seiner bauerbacher Zeit gewidmet. Über Schillers Schaffensperiode in dem nahegelegenen Dorf wird hier berichtet.

Ludwig Bechstein 1801 - 1860

Die Kindheit des Dichters der 1801 in Weimar das Licht der Welt erblickte, gestaltete sich ausgesprochen zerissen, den Vater hat er nie kennengelernt, die Mutter hatte für seine Erziehung keine Zeit. 1810 aber nahm ihn Matthäus Bechstein, entfernter Verwandter und Begründer einer Forstakademie, zu sich. Es folgten das Gymnasium, eine Apothekerlehre sowie eine Anstellung in der Meininger Hofapotheke. 1823 dann veröffentlichte Bechstein, der sich schon früh als Schriftsteller betätigte, seine “Thüringischen Volksmärchen” und später das Gedichtsbändchen “Sonettenkränze”. Der Herzog wurde auf ihn aufmerksam und unterstützte Ludwig Bechstein beim Studium in Leipzig und München. Anschließend wurde er Bibliothekar in Meiningen. Trotz anspruchsvollem Literaturinteresse blieb er seiner Märchen- und Sagenwelt treu. Das “Deutsche Märchenbuch” (1845) und das “Deutsche Sagenbuch” (1853) machten den Dichter berühmt. Auch widmete er sich leidenschaftlich heimatlichen Themen. Er gründete den Hennebergischen Altertumsforschenden Verein und wurde sein Vorsitzender.

Jean Paul 1763 - 1825

1763 wurde in Wunsiedel Johannes Paul Friedrich Richter geboren. So jedenfalls war sein bürgerlicher Name. Er studierte nach einer schweren Kindheit Theologie in Leipzig, mußte aber abbrechen, weil ihn seine Gläubiger verfolgten. Noch immer erfolglos, las, exzerpierte und schrieb er mit großem Fleiß. Ein erster Erfolg stellte sich 1795 ein - sein Roman “Hesperus oder 45 Hundsposttage” wurde bekannt. Der Versuch, in Weimar Fuß zu fassen, schlug fehl - ihm wurde die erhoffte Akzeptanz verweigert. Enttäuscht ging er nach Berlin, wo er Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck kennenlernte. Doch König Wilhelm III verweigerte ihm die erhoffte Ehrenrente. Seine Rettung war Herzog Georg I, der Meiningen zu einem ähnlichen geistigen Zentrum wie Weimar machen wollte. Er holte Jean Paul 1801 in die Residenzstadt, wo dieser sein Romanwerk “Titan” beendete. 1803 aber schon verließ der Dichter der 1825 stirbt, die Stadt.

Rudolph Baumbach 1840 - 1905

Im Alter von zwei Jahren kam der 1840 in Kranichfeld geborene Rudolph Baumbach nach Meiningen. Sein Vater wurde dort herzoglicher Leibarzt. Nach dem Besuch des Gymnasiums ging der Abiturient nach Leipzig und Würzburg, wo er sich dem Studium der Naturwissenschaften widmete. 1864 prmovierte er in Heidelberg. Der Wunsch Dr. phil. R. Baumbachs, an einer Hochschule lehren zu dürfen, erfüllte sich nicht. Er mußte sich um Arbeit bemühen, was ihn nach Wien, Brünn, Görz, Graz und Pisa führte. In Triest endlich fand er nach sechsjährigem umherirren eine Anstellung als Hauslehrer. Die von ihm ausgearbeiteten Beiträge für den “Enzian” - das war die Zeitung des “Deutschen und österreichischen Alpenvereins” - liesen sein Talent für die Schriftstellerei erkennen. Seine “Enzian-Gedichte” wurden bald schon unter dem Titel “Mein Frühjahr” verlegt. Der “Zlatorog”, der auf einer slowenischen Alpensage basiert, brachte 1877 den entscheidenden Durchbruch. Weitere Veröffentlichungen, so auch “Lieder eines fahrenden Gesellen”,  “Spielmannslieder” und “Von der Landstraße”, machten deutlich, daß seine Werke ideal zur Vertonung geeignet waren. So schufen zahlreiche Komponisten Melodien zu seinen Gedichten, u. a. Ferruccio Busoni und Max Reger. Sein bekanntestes Lied ist sicher “Hoch auf dem gelben Wagen”, das Heinz Höhne vertonte. Ab 1885 lebte der nun berühmte Dichter wieder als freier Autor in Meiningen.

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