Theatermuseum - Zauberwelt der Kulissen
 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen einen angenehmen, vergnüglichen und interessanten Aufenthalt in Meiningen.

Die Brückner Prospekte

1866 hatte der Erbprinz von Meiningen, Georg II., nachdem er aus Italien zurückgekehrt war, den Thron des Ländchens bestiegen. Aber die Regierungsgeschäfte interessierten den kunsthistorisch und zeichnerisch hochbegabten Fürsten weitaus weniger als das Theater, das er mit zielbewußter Tatkraft und echtem künstlerischem Drange zu epochemachenden Neuerungen führte. Derjenige nun, der dem Meininger Theater- herzog die adäquaten Bühnenbilder lieferte und damit der ganzen Reformbewegung einen der wesentlichsten Teile beisteuerte, war Max Brückner. Das, was dem Regietheater des Herzogs vor allem entgegenkam, war Brückners Durchgestaltung des Bühnenraums, die auf alle Not- wendigkeiten der darstellenden Kunst bis ins kleinste einging. Alle Brückner Bilder drücken einen bestimmten, unverwechselbaren Charakter aus. Es sind nicht nur als Rahmen bzw. Hintergrund aufgebaute Dekorationen. Sie haben vielmehr Beziehung zur dichterischen Handlung und zur personellen Darstellung von zum Teil zwingender Aussage. Jedes Detail hat  seine besondere Aufgabe: für das Geschehen, das sich darin abspielt, für den Charakter des Bewohners und für das spezifische Wesen des dramatischen Werkes. Alles ist von einer Bedeutung, die den Zuschauer beeindruckt, ohne das er sich im Augenblick der Wahrnehmung bewußt wird, wieso. Über das geradezu zun Fanatismus gesteigerte Streben Herzog Georgs II. nach “Richtigkeit des Millieus” souverän hinausgehend, brachte es Brückner fertig, trotz Bewahrung “äußerster Echtheit” nichts von musealer Trockenheit spüren zu lassen und ein die “innere Wahrheit” der Szene stimmungsvolles “malerisches Gesamtleben” zu schaffen. Wenn im Jahre 1874 die Meininger bei ihrem ersten, berühmten Berliner Gastspiel mit Shakespeares “Julius Cäsar” Triumphe feiern konnten, so war es nicht zum wenigsten der Verdienst der aufsehenserregenden Dekorationen der Gebrüder Brückner. Wie einmalig die Schöpfungen empfunden wurden, beweisen die Aufträge, die sie für Berlin, München, Prag, Karlsruhe, Nürnberg, Weimar, St. Petersburg und New York im Coburger Atelier ausgeführt haben. Noch heute lagern in den Staatlichen Museen Meiningen, Schloß Elisabethenburg, über 270 Prospekte, von denen etliche fachgerechter Restaurierung bedürfen. Zu einer Spendenaktion, die die Restaurierung der Prospekte ermöglicht, haben die Staatlichen Museen Meiningen und das Meininger Theater im Frühjahr 1996 aufgerufen - auch heute noch hilft jede Spende dem Erhalt dieser einmaligen Theaterprospekte !

Einen Entwurf von Max Brückner für den “Ring des Nibelungen” von Richard Wagner, der für die Aufführung in Bayreuth 1896 vorgesehen war: “Auf dem Grunde des Rheins” - Eröffnungsbild des “Rheingold”. Es ist im Original 60,5 cm breit und 45,4 cm hoch, gemalt mit Öl  auf Leinwand. Das Bild befindet sich im Besitz der Kunstsammlungen der Veste Coburg.

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