Die Flucht nach Bauerbach - Auf den Spuren Friedrich von Schiller
 

Herzlich Willkommen in Bauerbach          Startseite

Um in Freiheit endlich seine eigenen Ideen umsetzen zu können, floh Friedrich Schiller in der Nacht vom 22. zum 23. Dez.1782 aus Württemberg. Acht Jahre Unterdrückung auf der Militärakademie Herzog Karl Eugens von Württemberg waren genug. So nahm der noch junge Schiller das Angebot von Frau Henriette von Wolzogen- der Mutter seines Schulfreundes Wilhelm von Wolzogen - an, die ihm Asyl auf ihrem Gut in Bauerbach gewähren wollte. Nach einer 7-täigen abenteuerlichen Odyssee erreichte er über Frankfurt und Gelnhausen das ärmliche kleine Dorf. Alles was er bei sich trug, war das Manuskript des gerade vollendeten “Fiesko”. Die “Räuber” wurden kurz voher in Mannheim aufgeführt, was seinen despotischen Dienstherren veranlaßte, Schiller vierzehn Tage Arrest aufzubrummen. Auch befahl er dem jungen Dichter, damals noch Regimentsmedikus, “Bei Strafe der Kassation keine Komödien mehr zu schreiben”. In Meiningen traf der Dichter am 7. Dezember ein und meldete sich auf Empfehlung von Frau Wolzogen im Gasthof “Zum Hirsch” beim Bibliothekar Reinwald, der bald schon sein väterlicher Freund wurde. Noch am gleichen Nachmittag erreichten beide mit dem Schlitten Bauerbach, wo der Gutsverwalter den jungen Dichter zu den beiden Stuben im ersten Stockwerk des Gutshauses brachte, die er dann ein knappes Jahr bewohnte. Die Mahlzeiten nahm er auf Kosten der ihm wohlwollenden Gutsherrin im Gasthaus zu sich, obwohl diese nicht zu den Reichen im Lande zählte. In Bauerbach entstanden dann die erste Fassung der “Luise Millerin”, später umbenannt in “Kabale und Liebe”, sowie Anfänge des “Don Carlos”. Am 24. Juli 1783 verlässt  Friedrich Schiller Bauerbach, um in Mannheim eine Stellung als Theaterdichter anzutreten. Heute ist das kleine Gutshaus der Familie von Wolzogen eine vielbesuchte Schillergedenkstätte. Sie erreichen dieses über die B 19, die nach Bad Neustadt führt. In Henneberg, Stammsitz des gleichnamigen Grafengeschlechts, daß diese Region im ausgehenden Mittelalter beherrschte, geht es nach Bauerbach. Neben Arbeiten des  Dichters werden auch persönliche Gegenstände sowie Möbel und Bilder ausgestellt, die die Zeit Schillers repräsentieren. Zu den meißt bestaunten Exponaten zählen Erstausgaben folgender Dramen: “Die Verschwörung des Fiesko zu Genua” von 1783, “Don Carlos” von 1787 sowie “Kabale und Liebe” von 1784. Auch eine Probe aus Schillers Niederschrift von “Kabale und Liebe” ist zu sehen. Von Chodowiecki und  Cartel geschaffene Illustrationen zu diesen Dramen schmücken ebenso die Wände wie die Bildnisse von Menschen aus dem persönlichem Umfeld Schillers, so auch von Charlotte von Wolzogen, der Tochter seiner mütterlichen Freundin, für die er während seiner Tage in Bauerbach tiefste Zuneigung empfand. Zwei weitere Häuser sollten hier ebenfalls beachtet werden. Es sind ein kleines Wohnhaus mit einem Schriftzug unter dem Dach, der an Schillers Ankunft erinnert, sowie der rechts abgebildete Gasthof in dem der Dichter die Mahlzeiten zu sich nahm.

In diesem Haus, Schiller - Memorialstätte verbrachte der Dichter seine Bauerbacher Zeit

Friedrich von Schiller   In diesem Gasthof nahm der Dichter seine Mahlzeiten zu sich.

Das Arbeitszimmer F.Schillers mit persönlichen Requisiten des Dichters (oben)


Ein Wandbild erinnert an die Ankunft des flüchtigen Schiller in Bauerbach (links)

Info und Kontakt


Schillerort Bauerbach


Von Meiningen aus 10 km auf der B19 Richtung Würzburg, hinter Sülzfeld in den Ort Henneberg abbiegend, im Ort Abfahrt nach Bauerbach   Wo Friedrich Schiller 1782 auf der Flucht Unterschlupf fand, “Kabale und Liebe” verfasste und im Gasthaus noch immer Schulden hat, spielt heute ein ganzes Dorf Theater. Jeweils in den Sommermonaten kommt eine Inszenierung für Erwachsene und ein Theaterereignis für Kinder auf die idyllisch gelegene Naturbühne.


Naturtheater “Friedrich Schiller”

Spielzeit Mai bis September,      Telefon/Fax   (03693) 500 00 ,         

www.bauerbach-naturtheater.de


Schiller-Museum Bauerbach

01.April bis 31.Oktober: Dienstag bis Sonntag 9.00 bis 17.00 Uhr     01.November bis 31.März: Mittwoch bis Sonntag 11.00 bis 16.00 Uhr

Telefon (036945) 503 01   Fax (036945) 506 92      

Begegnungsstätte “Friedrich Schiller” mit der Gaststätte “Zum braunen Ross”


Die Wände des Gasthauses ziert ein Spottgedicht von Schiller auf die Coburger Verwandtschaft der Meininger Herzöge.