Götzhöhle - Unterirdische Zauberwelt
 

Meiningens wieder begehbare Goetzhöhle ist einmalig. Weltweit. Nirgendwo sonst ist eine “Abrisskluft” für Publikum so aufbereitet und zugänglich.

Von einer “unterirdischen Zauberwelt” oder einem “Unterirdischen Märchen von Stein und bunten Flammen” schwärmten  verzückt Besucher der Meininger Goetzhöhle seit nunmehr 66 Jahren von deren Schönheit und speziellen Erscheinung. 1934 wurde das einzigartige Naturdenkmal im Dietrich oberhalb der Helenenstraße, dem steilen Berg am Westufer der Werra in Meiningen, eröffnet. Nach dreißigjähriger Schließzeit, die eine Geschichte für sich darstellt, ist der von Menschenhand vorgetriebene Stollen, dem sich die natürlichen Klüfte und Spalten anschließen, wieder “befahrbar”, wie die fachmännische Ausdrucksweise den Zugang zu dem Höhlensystem bezeichnet. Die Entstehung der Meininger Höhle ist Ergebnis eines geologischen Crashs: die rießigen Kalksteinmassive wandern nämlich in Meiningen zu Tale, sprich zur Werra hinunter. Ursache dafür ist, daß die etwa 100 Meter mächtige Muschelkalkplatte von Meiningen auf einer weichen Rötunterlage lastet. Auf dieser gleitet der Fels in - geologischen Zeitdimensionen - talwärts, dabei spaltet er sich, Klüfte tun sich durch das auseinandertriften des Fels auf. So darf man sich die Entstehung der Goetzhöhle vor schätzungsweise etwa 20 000 Jahren vorstellen, sie besteht also praktisch aus einer Folge von großen Abrissklüften im Muschelkalk. So etwas ist im Übrigen nicht selten, schon garnicht in der Region. Höhlen des Typ`s Abrißkluft gibt es zuhauf. Wo liegt da die Besonderheit, der Schauwert? Zunächst sind da die Dimensionen zu nennen, bis zu 50 Meter hohe freigelegte Klüfte sind in der Goetzhöhle im Vergleich mit anderem etwas seltenes und beim Durchschreiten ein einmaliges “Unterirdisches Erlebnis”. Da liegt das zweite Extra der Meininger Höhle. Tatsächlich ist es ein einmaliges Erlebnis, im wörtlichen Sinne. In ganz Europa, vermutlich sogar in der ganzen Welt, gibt es keine weitere Höhle, in der Abrißklüfte der Öffentlichkeit zugänglich sind. Bei deren Entstehung gibt es riesige Versturzmassen, die oft wegen ihrer Labilität gefährliche Unsicherheitsfaktoren einer solchen Höhle darstellen. Aufwendige Sicherungen waren nötig, die in kompliziertem und vor allem heute unbezahlbar teurem Ausbau eines solchen Systems zu meistern wären. In der Goetzhöhle  sind die Abrißklüfte gefahrlos passierbar, Dank ihres langwierigen Ausbaus 1932/1934. Geröll- und Gesteinsmassen wurden  unter Anleitung von Bergleuten und Geologen ausgeräumt, der Fels gesichert, ein 110 Meter langer Zugangsstollen vorgetrieben. So “nebenbei” erhielten durch diese Maßnahme in Zeiten schlimmer Arbeitslosigkeit über zwanzig Meininger Lohn und Brot. Die bei dem Ausbau, teilweise auch zuvor oder später, zu Tage geförderten Knochenfunde sind an der Höhle nicht zu besichtigen. Von acht Menschenskeletten berichteten die Forscher, dazu fand man noch Knochen und Zähne von Bären, Dachs und kleineren Waldtieren. Aber eine bessere Anschauung in Sachen Naturgeschichte zu dem Thema Abrißkluft gibt es nirgends auf der Welt zu sehen und vor allem teilweise hautnah zu erleben. Damit dieses kein allzu wörtlicher Kontakt wird, kann die Höhle nur mit Schutzhelm und -umhang betreten werden. Sachkundige Führer geleiten die Besucher durch Meiningens “Unterwelt” von einmaliger Bedeutung und am Schluß 164 Stufen bis zum Höhlenausgang.


Höhlendaten


Eingang 328 Meter über NN, Ausgang 361 Meter über NN. Die 33 Höhlenmeter Unterschied müssen in der Höhle durch 164 Stufen überwunden werden.


Der Führungsweg durch die Höhle ist etwa 450 Meter lang und passiert vier Spalten, deren größten freigelegten Höhlen fast 50 Meter betragen.


Geschichte


1915 entdeckte der Kaufmann Reinhold Goetz in seinen Berggarten eine Felsspalte.

1922 eine erste Erschließung der Teilhöhle, die jedoch bald nach dem Tod des Entdeckers eingestellt wird.

1932 nach einer Zeit des Dornröschenschlafs wird der Ausbau begonnen. Dabei werden drei weitere Klüfte, also der größte Teil der heutigen Höhle, entdeckt und erschlossen.

1934 Öffnung der Goetzhöhle für die Öffentlichkeit.

1969 Im August Schließung der privaten Höhle durch DDR-Behörden.

1999 Wiederherstellungsarbeiten, Ostern 2000 offizielle Wiedereröffnung.


Auch ein Besuch der sich lohnt. Willkommen in Meiningen auf der “Goetzhöhle”.


Die verschiedenen geologischen Besonderheiten auf dem Weg durch die Meininger “Unterwelt” haben Namen bekommen. So ist die Hauptspalte 2 (links) durchschnittlich 25 Meter hoch mit vielfach gezackten Felspartien. Im kleinen Kessel (rechts) ist die Wirkung des Sickerwassers gut zu beobachten.


1915 entdeckte der Meininger Kaufmann Reinhold Goetz bei Arbeiten in seinem Berggarten eine Kluft. Bereits im Jahre 1934 wurde diese nach ihrem Entdecker benannte Höhle der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Am 22.4.2000 - nach umfassender Restaurierung - konnte die GOETZ-Höhle als größte für den Besucherverkehr zugelassene Kluft- und Spalthöhle wiedereröffnet werden.

Nach den Eindrücken in Meiningens Unterwelt” überwältigt am Höhlenausgang die phantastische Aussicht auf die Stadt.

Für die Tour unter Tage werden die Besucher zünftig ausgerüstet: Schutzhelm und Umhang sind Pflicht.

Die Baude im Hintergrund lädt ihre Gäste zu leiblichen Genüssen vor, nach oder ganz ohne Höhlenbesuch ein..

Goetz-Höhle

Am Dietrich

Tel. (03693) 503484 Fax: (03693) 47372

info@goetz-hoehle.de 

ganzjährig geöffnet: Dienstag bis Freitag 11.00 - 18.00 Uhr

Samstag und Sonntag: 10.00 - 18.00 Uhr

Führungsdauer: 30 bis 45 Minuten

MEININGEN IN THÜRINGEN - GÖTZ HÖHLE