kulturlandschaft an der mittleren werra
 

Einen flußaufwärts führenden Ausflug entlang der Werra sollte man in Breitungen beginnen. Dort markiert am rechten Ufer das ehemalige Benediktinerkloster Herrenbreitungen den Horizont. Es wurde 1049 erstmalig genannt. 1112 ist die dreischiffige romanische Basilika geweiht worden. In der Mitte des 16. Jahrhunderts allerdings wurde dann die Klausur zum Schloß umgebaut. Der Brand von 1640 vernichtete aber die Anlage, die 1662 und 1842 teilweise wiederhergestellt wurde.

    Neben anderen Gotteshäusern aus der Zeit der Renaissance und des Barock in Breitungen, teils mit wertvoller Innenausstattung, sollte die Brückenkapelle als architektonische Besonderheit nicht unerwähnt bleiben. 1733 wurde sie als zweigeschossiger Fachwerkbau auf einem älteren Unterbau aus Sandstein errichtet.

    Flußaufwärts geht es anschließend nach Wasungen. Schon kurz nach dem Ortsschild fällt auf, daß wir uns in einer für diese Region typischen Fachwerkstadt befinden. Schöne, nicht selten phantasievoll gestaltete Fassaden aus unterschiedlichen Jahrhunderten prägen das Stadtbild und machen Wasungen zur Idylle. Auf der rechten Straßenseite, kurz vor dem Rathaus (1522), steht in einem Garten das Marschalksche Damenstift, 1596 als Renaissancebau mit Treppenturm fertiggestellt. Auf dem Weg zur Burgruine Maienluft hoch über der Stadt fällt der sehr gepflegte Maienhof auf. Es ist ein ehemaliger Adelshof, der 1576 im Stil der Renaissance fertiggestellt wurde. Auf gleicher Höhe befindet sich die Stadtkirche, ein einschiffiger Renaissancebau (1584-96) mit hölzernem Tonnengewölbe und doppelten Emporen. Wer Dachlandschaften liebt, sollte auf dem schmalen Weg vor der Kirche verweilen und auf die dicht aneinandergereihten Häuser der Stadt herabblicken.

    Nächste Station unserer Tour werratalaufwärts ist Walldorf, das an der linken Flußseite liegt. Hier fasziniert eine uralte Wehrkirchenanlage, die vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt und aus einer ehemaligen, im 12. Jahrhundert errichteten Burg hervorgegangen ist. Die Ecktürme dieser quadratischen Anlage existieren noch. Und der Kirchturm der Kirche, die zwischen diesen alten Mauern steht, ist aus dem ehemaligen Bergfried der Burg entstanden.

    Als Erlebnis ganz besonderer Art gestaltet sich der Besuch der Sandsteinhöhle in Walldorf. In vergangenen Zeiten, als hier noch Streu- und Scheuersand gewonnen wurde, entstand diese weitläufige Höhle. Sie läßt auch heute noch erahnen, unter welchen Bedingungen Menschen damals unter der Erde ihr kärgliches Brot verdienen mußten.

    Weitergehen sollte die Fahrt nun nicht auf der Bundesstraße, sondern vom südwestlichen Ortsausgang auf der Landstraße nach Meiningen. Gleich nach dem letzten Haus Walldorfs ist linker Hand Schloß Landsberg auszumachen. Dort befindet sich heute ein Hotel mit Parkplatz. Alle, die diese neugotische Anlage besichtigen, werden sicher auch den Turm besteigen und von hoch oben aufs Werratal und die Stadt Meiningen schauen. Von der 1552 im Bauernkrieg zerstörten Burg Landswehr, die hier einst stand, kann heute noch der eingefallene Rest eines Wehrturms bewundert werden.

    Durch Meiningen und Untermaßfeld geht es auf der B 89 nach Themar. die alte Stadtmauer dort mit ihren Türmen ist malerisches Dokument mittelalterlicher Zeiten. Liebhaber sakraler Kunst jedoch werden sich mehr für die Stadtkirche St. Bartholomäus interessieren. Sie ist ein spätgotischer Saalbau mit erstklassigen Ausstattungsstücken. Das 1488 entstandene Gotteshaus der Stadt wurde im 16. und 17. Jahrhundert verändert. In der Nachkriegszeit wurden hier bei Restaurierungsarbeiten spätmittelalterliche Ausmalungen freigelegt. Beachtenswert ist auch der Flügelaltar, um 1500 fertiggestellt, den der Bamberger Bildhauer Hans Nußbaum geschaffen haben soll. Drei weitere Flügelaltäre stammen ebenfalls aus der Zeit um 1500.

    Zu den Sehenswürdigkeiten Themars zählen auch das Rathaus, dessen Baugeschichte 1608 beginnt, und schöne Bürgerhäuser, die vielfach in Fachwerkbauweise errichtet wurden. Auf der letzten Etappe der Werratour biegen wir kurz hinter Themar nach links in Richtung Schleusingen ab. In einem aus nur wenigen Häusern bestehenden Ort, in Veßra, warten gleich zwei kulturhistorische Kostbarkeiten innerhalb des Hennebergischen Museums.

    Die eine ist die Kirchenruine des ehemaligen Prämonstratenser Chorherrenstifts, das 1131 gegründet wurde. Es war das Hauskloster der Henneberger Grafen. Bis zur Reformation galt es als bedeutende monastische Institution mit großer politischer und kultureller Ausstrahlung, auch überregional. Der zweitürmige Bau und weitere Reste sakraler Gebäude und Anlagen werden momentan unter der Leitung erfahrener Denkmalpfleger restauriert und gesichert.

    Die andere Kostbarkeit ist das die Kirche umgebene Feilichtmuseum, das seine Besucher mit der bäuerlichen Kultur von damals bekannt macht. Vor allem das traditionelle Handwerk im ländlichen Raum wird dokumentiert. So kann man eine Schmiede, zwei Backhäuser, eine durch Wasserkraft betriebene Getreidemühle, ein Brauhaus, ein Spritzenhaus sowie eine kleine Kapelle von außen und innen bewundern. Alle wurden getreu dem Original hier wieder aufgestellt. Sogar der Heil- und Gewürzkräuteranbau in spätmittelalterlicher Zeit wird praktisch demonstriert.

EINDRÜCKE

< Entspannen an den Breitunger Seen

Das ehemalige “Marschalksche Damenstift”  in Wasungen >

Malerischer Aufgang zur Stadtkirche in Wasungen >

Am Ufer der Werra, gegenüber die Kirche des Benediktinerklosters

                                                                                        Herrenbreitungen

< Schloß Landsberg wurde im neogotischen Stil erneuert.

zwischen Meiningen und Waldorf

Der eingefallene Wehrturm auf Schloß Landsberg >

< Walldorf, Wehrkirchenanlage aus dem 15. Jahrhundert

unten: Marktplatz und Rathaus in Themar


Stadtkirche St. Bartholomäus (1488) in Themar >

< In Themar kann man die noch sehr gut erhaltene Stadtbefestigung besichtigen

Parzellenanlage historischer Kulturpflanzen. >

Die Getreidemühle wird mit Wasserkraft betrieben >.

Wiederaufgebaute Häuser aus dem ländlichen Raum kann man im Hennebergischen Museum


ebenso sehen wie...


...original eingerichtete Handwerkbetriebe von einst   >>>

< Die 1138 geweihte romanische Klosterkirche St. Marien in Veßra

MEININGEN IN THÜRINGEN - KULTURLANDSCHAFT