Stadtkirche - Marienkirche auf dem Markt
 

Im 11. Jahrhundert begonnen, wurde die Stadtkirche, wie in einer Notiz aus dem Jahr 1278 in der Meininger Chronik des Sebastian Güth zu lesen ist, als “Kirche unserer lieben Frauen Maria” geweiht. Zu dieser Zeit war es noch ein turmloses frühromanisches Gotteshaus mit Langhaus, Querschiff und Apsis. Während der regen Bautätigkeit unter Bischof Bruno von Würzburg und seinen Nachfolgern erhielt die Kirche auch ihre Westfassade mit den beiden Türmen, die nur zwei Meter voneinander entfernt sind, und das kleine Radfenster über dem Haupteingang. Der untere Teil des Nordturms stammt noch aus dieser Zeit. Ebenfalls entstanden in dieser Epoche ist ein romanischer Türklopfer, der sich an der Innentür des Haupteingangs befindet. Durch Blitzschlag wurde die Kirche 1175 stark beschädigt. Der Wiederaufbau aber beanspruchte lange Zeit, so daß Bischof Berthold das Gotteshaus erst im Jahr 1278 weihen konnte. 18 Jahre später vernichteten schon wieder Flammen die Kirche. Nur ihre Mauern blieben stehen. Im 14. Jahrhundert dann wurde die Stadtkirche erweitert. Sie erhielt ein zusätzliches Schiff. Der Chorraum, neue Portale und Fenster zeigten jetzt gotische Formen. Vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zum Umbau im Jahre 1884 veränderte sich  das Erscheinungsbild der Kirche nur wenig. Mit der Reformation, durch Graf Heinrich IV. eingeführt, wurde der Bau ein protestantisches Gotteshaus. Luthers Freund Dr. Johann Forster hielt 1544 den ersten ersten  evangelischen Gottesdienst. 1592-94 wurde der Nordturm wesentlich erhöht. Auch ein Treppenturm im Stil der Renaissance wurde angebaut. Trotz ständiger Erweiterungen, so auch im Bereich der Emporen, waren die Bürger der Stadt nicht mehr mit ihrem Gotteshaus zufrieden. 1884 dann wurden deshalb das Schiff und der Südturm abgerissen. Im Beisein Herzog Georgs II. erfolgte noch im gleichen Jahr die Grundsteinlegung für den neugotischen Umbau, bei dem die Kirche in ihrer heutigen Gestalt entstand.

Stadt- und Marienkirche auf dem Mark

Blick in den Chor des 1884-89 im neogotischen Stil erneuerten Gotteshauses

Kruzifix aus der Schule von Veit Stoß (um 1500)

Die Arbeit eines fränkischen Meisters - die “Steinerne Madonna” (um 1430)

Alte Grabmäler schmücken die Wände der Kirche

Bevor man die Stadtkirche betritt, sollte man erst einmal außen zwei unauffällige Details entdecken. An der zum Markt  gerichteten Seite befinden sich rechts am Turm ein Stadtwappen von 1594 und am nördlichen Strebepfeiler des Chors der sogenannte “Kreuzpfennig”, ein quadratischer, in die Mauer eingelassener Stein mit dem Monogramm “Bruno episcopus”, der an die Bautätigkeit unter Bischof Bruno von Würzburg (1033-45) erinnert. Die Glasfenster im Chor entstanden in unserer Zeit (1961) und stammen von Gerhard Olbrich. Von den erhaltenen Kunstwerken vergangener Jahrhunderte sind vor allem zu nennen: Das Kruzifix über dem Altar, ein Werk aus der Schule von Veit Stoß, wertvolle Grabmäler und Epitaphe, vorwiegend aus dem 16. und 18. Jahrhundert, sowie die Nordwand beherrschende Steinerne Madonna eines fränkischen Meisters der Würzburger Schule

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vom Turm der StadtkircheStadtkirche_Bilder.htmlStadtkirche_Bilder.htmlshapeimage_3_link_0shapeimage_3_link_1