Der Thüringer Wald
 
Der nahegelegene Thüringer Wald ist und bleibt das klassische Ausflugsgebiet für Meiningen. Schon nach wenigen Minuten befindet man sich in dicht bewaldeten Bergen, die sich beiderseits der B 280 erstrecken. Unser Weg führt zuerst in Richtung Nordosten nach Kühndorf. Die Johanniterburg, die hier im 13. Jahrhundert errichtet wurde, ist eine um einen relativ engen Innenhof konzipierte Dreiflügelanlage. Beachtenswert sind der runde und der achteckige Wehrturm, das Torhaus, die Brücke sowie Teile des ehemaligen Zwingers.
    Wer nicht schon von Meiningen aus wandern will, der sollte von Kühndorf aus den Aufstieg auf den zweiten der beiden Meininger Hausberge, die Basaltkuppe des 740 Metern hohen Dolmar nehmen. Belohnt wird er durch eine einmalig schöne Aussicht von diesem “Rigi Südthüringens” über das Werratal bis zur Rhön und zum Kamm des Thüringer Waldes.
    Wenn man etwas Glück und Geduld hat, kann man über diesem traditionellen Segelfluggebiet, das für lange Jahre gesperrt war, heute wieder Gleitflieger beobachten.
    Nur wenige Kilometer weiter liegt an der gleichen Straße Schwarza, eine der ältesten Siedlungen im Thüringer Wald, Seine kulturhistorischen Denkmale allerdings befinden sich in keinem guten Zustand. So wäre die Wasserburg zu erwähnen. Gebaut wurde sie im 11. Jahrhundert zum Schutz der hier vorbeiführenden Handelsstraße. Die Dorfkirche ist ein einschiffiger Barockbau, der 1789 geweiht wurde.
    Nächstes Ziel ist Zella-Mehlis. Diese Stadt entstand nach der Novemberrevolution von 1918 aus den bis dahin selbständigen Orten Zella St. Blasii und dem älteren Mehlis. Eindrucksvoll ist die landschaftlich schöne Lage der Stadt - sie wird rundherum von steil abfallenden Bergen gerahmt. Von den umgebenden Gipfeln kann man einzigartige Ausblicke auf den Ort im Tal genießen  und auch zwei im Stil des Barock gebaute Gotteshäuser erkennen.
    Die Magdalenenkirche (Stadtteil Mehlis) entstand 1734 als Saalbau. Der Westturm enthält noch Teile eines Untergeschosses aus dem 13. Jahrhundert. Dort sind in einem gotischen Raum noch Renaissancefresken zu sehen. Ebenfalls ein Barockbau ist die Pfarrkirche im Stadtteil Zella, die von einer schönen Doppellaterne bekrönt wird. Auch hier stammen noch Bauteile aus dem 13. Jahrhundert. Der Innenraum besticht durch seine Doppelemporen und die hölzerne Kuppel. Die barocken Kanzelaltäre beider Kirchen stammen aus dem 18. Jahrhundert.
    In Zella-Mehlis verlassen wir nun die B 280 und fahren auf der B 247 nach Oberhof. Die Fahrt führt durch dichte Wälder und läßt deutlich den Charakter des Thüringer Waldes erkennen. Kein Wunder, wenn diese Region das “Grüne Herz Deutschlands” genannt wird. Hier kann man wandern, ohne einem Menschen zu begegnen, hier kann man noch mit der Natur eins sein. Kurz nach der Überquerung des Rennsteigs ist Oberhof erreicht. Die Stadt selbst bietet nur wenige kulturelle Anziehungspunkte. Sie ist hauptsächlich Urlaubsort und mit ihren teilweise auch im Sommer nutzbaren hochkarätigen Wintersportanlagen Treffpunkt für Sportler aus aller Welt.
    Die im Hochhausstil errichteten Hotelanlagen könnten überall stehen. Einzigartig aber ist der gar nicht weit entfernte Rennsteiggarten. Man erreicht ihn vorbei am Obelisken, der auf dem Rondell an der Kreuzung von Bundesstraße und Rennsteig steht.
    Die mehr als sieben Hektar große Anlage am 868 Meter hohen Pfanntalskopf wurde ab 1970 als botanischer Garten für Gebirgsflora angelegt. Hier herrschen außergewöhnliche Witterungsbedingungen - allein bis zu 150 Tage im Jahr bedeckt eine dichte Schneedecke die Bodenpflanzen. Enzian, Berg-Hauswurz, Alpen-Glockenblume, Alpenedelweiß und viele andere seltene Pflanzen gedeihen im Rennsteiggarten. Über 4000 Arten aus den Gebirgen aller Erdteile kann hier der Naturfreund kennenlernen.
    In südliche Richtung geht es nun nach Suhl. Der 982 Meter hohe Große Beerberg mit seinem kaum merklichen Gipfel bleibt links liegen. Es ist der höchste Berg des Thüringer Waldes.
    Bekannt wurde Suhl als Stadt der Waffenschmiede durch seine Gewehrmanufaktur. Schon 1595 wurden hier 27600 Waffen hergestellt. Weltruhm erlangte die Stadt aber besonders durch die kunstvoll gestalteten Prunkwaffen des 18. Jahrhunderts. Wissenswertes erfährt man im Heimat- und Waffenmuseum im Alten Malzhaus. Auch ein Brunnen erinnert an diese Tradition.
    Die Marienkirche entstand 1753-69 als Barockbau mit einem schönen Rokokoaltar und sehenswertem Orgelprospekt. Die zwischen 1731 und 1739 errichtete Kreuzkirche ist ein barocker Saalbau. Mit dreigeschossigen Emporen konzipiert, wird er von einer hübschen Haube gekrönt. Kanzelaltar und Orgelprospekt stammen aus der Entstehungszeit.
            Als eines der schönsten Fachwerkhäuser der Region gilt das 1657 vollendete Rathaus in Suhl-Heinrichs.
    Die Heimreise steht bevor. Doch vorher sollte man noch in Rohr anhalten. 984 wurde hier Kaiser Otto II., noch als kleines Kind geraubt, seiner Mutter zurückgegeben. Eine sogenannte Stele in der Toranlage der alten Wehrkirche erinnert an dieses Ereignis. Die Kirche selbst, die auf einer vorchristlichen Kultstätte im 9. Jahrhundert als Kirchenburg entstand, besitzt noch eine Hallenkrypta aus dem 10. Jahrhundert. Die Ausstattung ist aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
		
EINDRÜCKE

>  Hoch über Kühndorf, die Johanniterburg (13. Jhd.)

<  Ein Aufstieg auf den Dolmar wird mit überwältigenden Ausblicken,

wie hier auf Kühndorf belohnt.

<  Fernsicht zum Thüringer Wald

Im Rennsteiggarten, hier kann man die Blumen der Berge kennenlernen, z.B. die Gemeine Kuhschelle oder ...

Pflanzen europäischer Felsfluren, wie hier an der Felsenschauanlage, oder ...

wenn man Glück hat, die Tierwelt beobachten.

<  Blick über die Schauanlage im Rennsteiggarten

< Suhl, Waffenmuseum im ehemaligen Malzhaus (1650)

< Suhl-Heinrichs, Rathaus von 1657

Blick auf den von dichten Wäldern umgebenen Ferienort Zella-Mehlis >

MEININGEN IN THÜRINGEN - THÜRINGER WALD